Discussion:
War die DDR ein einziger großer Cargo-Kult?
(zu alt für eine Antwort)
Klaus van Thüren
2020-12-14 15:36:54 UTC
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Was ist ein Cargo-Kult?


"Ein Cargo-Kult (auch Cargokult) ist eine millenaristische, politische,
religiöse Bewegung aus Melanesien. Die Gläubigen leben in der Erwartung
der durch symbolische Ersatzhandlungen herbeigeführten Wiederkehr der
Ahnen, die westliche Waren mit sich bringen sollen. Es gab und gibt
verschiedene Cargo-Kulte." https://de.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult



War die DDR ein einziger großer Cargo-Kult? Man wartete auf die Ahnen,
daß sie kommen und Westwaren bringen würden, und imitierte in primitiver
Weise Westwaren (Nahrungsersatzstoffe statt Schokolade und Kaffee,
Autoimitate, Computerkopien etc).

Klaus
Kardinaler Seelenstärker
2020-12-14 20:26:03 UTC
Permalink
Post by Klaus van Thüren
Was ist ein Cargo-Kult?
"Ein Cargo-Kult (auch Cargokult) ist eine millenaristische, politische,
religiöse Bewegung aus Melanesien. Die Gläubigen leben in der Erwartung
der durch symbolische Ersatzhandlungen herbeigeführten Wiederkehr der
Ahnen, die westliche Waren mit sich bringen sollen. Es gab und gibt
verschiedene Cargo-Kulte." https://de.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult
War die DDR ein einziger großer Cargo-Kult? Man wartete auf die Ahnen,
daß sie kommen und Westwaren bringen würden, und imitierte in primitiver
Weise Westwaren (Nahrungsersatzstoffe statt Schokolade und Kaffee,
Autoimitate, Computerkopien etc).
Per definitionem: ja.

Es gibt übrigens einen ähnlichen Südsee-Kult, der Prince Phillip (Mann
der Queen Elizabeth II.) als Gott anbetet:



So verbreitete sich während der Stationierung von US-Soldaten während
des Zweiten Weltkriegs auf der Insel Tanna die John-Frum-Bewegung.
Diesem Kult zufolge soll es sich bei dem Amerikaner namens „John Frum“
um den Sohn des Berggeistes Karapanemum handeln, der nach Tanna
zurückgekehrt sei, um sein Volk in eine bessere Zukunft zu führen.

In den späten 1950er Jahren oder den frühen 1960er Jahren entwickelte
sich, ausgehend von der John-Frum-Bewegung, eine zweite Bewegung, die
den britischen Prinzgemahl in den Mittelpunkt rückte. Die im Süden
Tannas ansässigen Yaohnanen glauben, dass Prinz Philip in Wirklichkeit
der Bruder von John Frum sei.[2] Ihren Mythen zufolge habe einst der
Sohn des Berggeistes Tanna verlassen, um jenseits des Meeres eine
mächtige Frau zu ehelichen. Nach Kontakten mit den britischen
Kolonialherren kamen die Yaohnanen zu der Überzeugung, dass diese Frau
Elisabeth II. sein müsse, weshalb sie in Prinz Philip den lange
zurückerwarteten Geist sahen. Dieser Glaube verstärkte sich 1974, als
das Königspaar Vanuatu besuchte.[1] Jack Naiva, der Häuptling des rund
400 Mitglieder umfassenden Stamms der Yaohnanen, zählte zu den
Einheimischen, die in Einbäumen die königliche Yacht Britannia begrüßten
und dabei Prinz Philip in seiner weißen Marineuniform zu Gesicht bekamen.[3]

1978 informierte der Resident Commissioner, der höchste Repräsentant des
Vereinigten Königreiches im Kondominium der Neuen Hebriden, Prinz Philip
über die Existenz des Kults und übermittelte die Bitte der Yaohnanen,
ihnen ein Foto des Prinzen zuzusenden. Prinz Philip folgte der Bitte und
schickte eine signierte Fotografie sowie mehrere Tonpfeifen als
Geschenke. Als Dank übersandten die Anhänger der Prinz-Philip-Bewegung
ihrem Gott eine traditionelle Waffe, eine Nal-Nal-Keule, die zur
Schweinejagd verwendet wird. Prinz Philip bedankte sich wiederum 1980
für dieses Geschenk mit einer Fotografie, auf der er die Waffe in seinen
Händen hält. Diese Fotografie entstand ausschließlich für die Anhänger
der Bewegung und wurde nie offiziell vom Buckingham Palace
veröffentlicht.[3] Ein weiteres Foto wurde den Yaohnanen im Jahr 2000
zugesandt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Prinz-Philip-Bewegung




Erich Honecker wurde so nie angebetet, aber wohl Stalin. Aber die
Westautos und begehrten kulinarischen Spezialitäten von MacDonald's
kamen erst mit Gorbatschow zu den Cargo-Kultlern in Stalins Reich.

Karsten

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